2020 /// Potsdam - Alles ist möglich / Künstlerische Reflexionen um 1990

 

„Im Güldenen Arm“

Hermann-Elflein-Str. 3, 14467 Potsdam

 

Mit Werken von:

Barbara Raetsch, Axel Gundrum, Prof. em. Matthias Koeppel, Ernst Leonhardt, Wolfgang Liebert, Karl Raetsch, Frank W. Weber ARATORA

 

Eröffnung der Ausstellung am Sonntag,

dem 8.11.2020 ab 15:00 Uhr

 

Bitte die aktuell gültigen Hygiene- und Abstandsregeln beachten.

 

Begrüßung: Dr. Hinrich Enderlein

Einführung: Herbert Schirmer

Musik: Jasper Libuda

 

Dauer: 11. November 2020 bis 31. Januar 2021

 

www.imgueldenenarm.de



2020 /// Potsdam - gelieberte Orte

Malerei & Grafik

 

Galerie Cafe Matschke

Alleestraße 10, 14469 Potsdam

 

Zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag,

10. Juli, 19.00 Uhr, laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein. Bitte halten Sie 2m Abstand!

 

Gezeigt werden 30 Arbeiten des Künstlers, welche von 1961 bis heute im Raum Potsdam entstanden sind.

 

Ausstellungsdauer: 11.7.2020 - 30.8.2020

 

Dienstag bis Donnerstag 15.00 - 22.00 Uhr

Freitag - Sonntag 12.00 - 22.00 Uhr

 

www.matschkes-galeriecafe.de



2020 /// Das Holländische Viertel in den Jahren 1986 bis 1990


Museum Jan Boumann Haus im Holländischen Viertel Potsdam. Die Ausstellung soll am 14. Mai im Museum -  Jan Boumann Haus - im Holländischen Viertel in der Mittelstraße 8 in Potsdam eröffnet werden.

 

Insgesamt 12 Jahre führte mich mein Schulweg von der ehemaligen Straße der Jugend quer durch das Holländische Viertel zur Straßenbahnhaltestelle am Platz der Einheit in Richtung Berliner Vorstadt. Damals, als ich die Eisenhart Grundschule besuchte und danach die Helmholtz - Oberschule 4, wohnte unsere kleine Familie in der Rembrandt Straße 15. Ich kann sagen, dass ich das Holländische Viertel vielhundertmal zu allen Jahreszeiten durchquerte. Vom oberen Treppenhaus der Oberschule stellte sich ein romantischer Blick über die vier Quartiere mit ihren Dächern, Giebeln, Mansarden und Schornsteinen dar, besonders im Winter, wenn der Rauch in den frostigen Himmel stieg und St. Peter und Paul, sowie die St. Nikolaikirche im Dunst verhüllt schienen. Das Gesicht eines jeden Hauses mit seinen unterschiedlichen Fassaden, Toren und Durchgängen war geprägt durch seine eigene Geschichte, die Gemeinschaft seiner Bewohner, die Kneipen, das legendäre Café Heider, kleine Läden und Werkstätten in den Höfen. Im Herbst, wenn das Laub der Linden in der Benkertstraße golden leuchtete, bot sich ein malerisches Bild vor den ziegelroten Backsteinfassaden. Ebenso beeindruckend war der wöchentliche  Bauernmarkt auf dem Bassinplatz mit seinen Obst- und Gemüseständen unter den blühenden Kerzen der Kastanienbäume im Mai.

 

Nach dem Studium der Malerei an der Kunsthochschule Berlin Weißensee kehrte ich in den 1970er- Jahren nach Potsdam zurück. Auf meinen Wegen durch die Stadt bemerkte ich, dass sich über das Holländische Viertel und all die schönen Erinnerungen daran ein spürbarer Hauch von Melancholie des Verfalls gelegt hatte. Jahre zuvor besuchte ich den Berliner Maler Prof. Otto Nagel in Berlin-Biesdorf in seinem Haus in der Königsstraße. Im Atelier zeigte er mir seine Zeichnungen und Pastelle des verfallenden Fischerkietzes. Diese Haltung rüttelte meine Sinne wach, als sich in der Mitte der 1980er- Jahre der Zerfall des Viertels immer verheerender offenbarte. In meinen Empfindungen war ich tief verletzt und berührt, hatte ich doch so schöne Erinnerungen und Bilder in mir. Ich begann, den Zustand des Holländischen Viertels künstlerisch zu dokumentieren.Im Verlauf von fünf Jahren entstand eine Serie Handzeichnungen, Pastelle und Ölgemälde von Straßenzügen, Häusern, Innenhöfen, Abrißlücken und Interieurs. Fast alle der zahlreichen Arbeiten  sind unmittelbar vor dem Motiv im Pleinair entstanden. Dadurch sind die Bilder authentisch und dokumentarisch. Sie gleichen im Ergebnis Porträts der Häuser und Orte. Die Betroffenheit entsteht durch den Wahrheitsgehalt, meine Zuneigung und Nähe. Erstmalig zeigte ich meine Werke 1990 im Zusammenhang in der Galerie des Berliner Senats für Bau- und Wohnungswesen am Fehrbelliner Platz.

 

Nach der Phase des Abriß- und Baustops und beginnender zaghafter Rekonstruktion sah ich meine Mission und selbstgestellte Aufgabe als beendet an.

Potsdam, im April 2020

Ausstellungseröffnung: am 14. Mai 2020 um 18:00 Uhr

Jan Boumann Haus - im Holländischen Viertel, Mittelstraße 8, Potsdam

2020 /// Museum "Schlösschen im Hofgarten" in Wertheim / Main

 

Das Museum "Schlösschen im Hofgarten" zeigt vom 8. März 2020 bis 5. Juli  2020 die Sonderausstellung „Zu Gast bei …" Private Interieurs

 

Zu sehen sind zahlreiche Leihgaben aus dem Stadtmuseum Berlin mit klassischen Innenraumansichten seit dem 19. Jahrhundert.

 

Die gezeigte Ausstellung greift ein beliebtes Sujet der Kunstgeschichte auf:

Darstellungen von Bauernstuben, vornehmen Zimmern, Küchen, Umkleidezimmern und einfachen Räumen. Besonders interessant ist dabei, wie die Künstler räumliche Tiefe und das natürliche wie auch das künstliche Licht darstellen. Zudem sind die Bilder ein Spiegelbild der Wohnkultur…

2019 /// Am Ende der 1980er - Jahre sind in meinem Atelier mehrere Bilder zu dem  Thema - Zeitenwende / Mauerfall - entstanden.

 

Darunter befinden sich auch zwei Gemälde, die schon 2009 in der Stadtgalerie KUNST - GESCHOSS in Werder (Havel)  zur Ausstellung - Blick zurück nach vorn / 20 Jahre Mauerfall - mit Erfolg gezeigt wurden.

 

Es handelt sich um die - Winterreise 1989/91 - und das Gemälde - Berlin 1990 - , entstanden im Jahr 1990.

Das Bild - Winterreise 1989/91 ist in der Zeit der Ausreisewelle entstanden und markiert einen wichtigen lokalen Aspekt, als viele DDR Bürger ihre Heimat verließen, um einen Neubeginn zu suchen und zu wagen.

Die zweite Arbeit thematisiert die Situation innerhalb Berlins auf der öden Fläche des Potsdamer Platzes  nahe den Resten der Folterkammern der Gestapo  an der heutigen Gedenkstätte - Topografie des Terrors - Ein uniformierter Angehöriger der Alliierten  Besatzungsmächte gerät in die Verschlingungen deutscher Geschichte.

Beide Kunstwerke sind wichtige Zeugnisse der Geschichte, da sie unmittelbar im Wandel der Zeit entstanden sind. Anlässlich meiner - Retrospektive - Ausstellung in der Stadtgalerie KUNST - GESCHOSS im Herbst 2019 habe ich der Stadt Werder (Havel) beide Gemälde als Schenkung übergeben. > Wolfgang Liebert 2019 <

2019 /// „Der Mensch – weit mehr“

 

Drei Gemälde der Serie „Endlichkeit-Unendlichkeit“ im Foyer der Oberlinklinik Potsdam

 

DIE BEGEGNUNG

Eine Gestalt schaut in einen Spiegel, oder ist da eine zweite Gestalt, ein Engel?

In der Mitte - zwischen ihnen - öffnet sich für einen kurzen Augenblick ein Spalt und lässt es golden glänzen.

 

DER WEG

Fließende Lichtelemente die zunehmend unscharf werden.

Es ist nicht zu erkennen, wie lang der Weg ist und wohin er führt.

 

DIE KREISE DES LEBENS

Immer wieder die gleichen Abläufe. Tag für Tag. Jahr für Jahr. Kommen und Gehen.

 

Drei Bilder, sehr elementar, sehr konkret, sehr symbolisch gemalt. Der Betrachter nimmt sich wahr auf seinem Weg, zwischen den alltäglichen Kreisen und den besonderen Begegnungen seines Lebens. Der Patient, der Besucher oder Mitarbeiter kann wahrnehmen:

 

„Ich bin ein Mensch – und doch weit mehr“

Ich bin weit mehr als eine Diagnose, mit der ich in eine Klinik komme oder sie verlasse. Eine Heilung braucht weit mehr, als nur einen medizinischen Eingriff, eine Therapie oder Medikamente. Heilung braucht Verbindung zum Leben. Heilung braucht Heil, braucht Segen.

 

Ich bin ein Teil von etwas Größerem. Mein Leben gehört mir nicht, es ist weit mehr, lerne ich wieder. Mein Leben erlebe ich und versuche es zu verstehen. Und hin und wieder begegnet mir etwas, das ein Leuchten in mein Leben bringt. Dann buchstabiere ich mein Leben neu.

 

In solchen Momenten erschrecke ich auch. Aber ein neuer Blick zeigt mir neue Wege.  Ich erlebe Gemeinschaft, die mich trägt. Und ich kann trotz allem einverstanden sein mit meinem Leben.

Dann stimme ich ein Lied oder ein Gebet an, mit Bitte und Dank. Das Große, das viele Gott nennen, kann ich nur mit dem Herzen erfassen. Da versagt mein Verstand und viele Worte verzerren und entstellen oft das Unfassbare. Rainer Maria Rilke findet auf seiner Suche nach Gott ausdrucksstarke Worte:

 

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,

die sich über die Dinge ziehn.

Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,

aber versuchen will ich ihn.

 

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,

und ich kreise jahrtausendelang;

und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm

oder ein großer Gesang.

 

> Pastor Matthias Amme 2019 <

 

2019 /// "Retrospektive"

26.9.19 - 3.11.19
Stadtgalerie KUNST-GESCHOSS

Uferstraße 10, 14542 Werder (Havel) Inselstadt
Die Stadtgalerie im Schützenhaus Werder (Havel)

 

Eröffnung: Mittwoch, 25. September 2019

Kurator: Frank W. Weber
Einführung: Dr. Petra Lange

 

Anlässlich seines 75. Geburtstages wird das Werk des Potsdamer Dozenten, Malers und Grafikers Wolfgang Liebert in einer umfassenden Werkschau gewürdigt.

 

Öffnungszeiten: immer Do., Sa. und So. von 13 - 18 Uhr

 

www.kunst-geschoss.de

Gerne können Sie mein Katalog bestellen:


Wolfgang Liebert - Retrospektive

 

Preis: 15,00 €
zzgl. Versandkosten

2019 /// "parallel"

13.04.19 - 01.07.19
Galerie Gute Stube Potsdamer Kunstverein e.V.

Charlottenstr. 121, 14467 Potsdam

 

Wolfgang Liebert (*1944) und Suse Globisch-Ahlgrimm (1920-2012) Malerei/Zeichnung

 

Einführung: Thomas Kumlehn, Kurator

 

Ausstellungsgespräch zwischen Wolfgang Liebert und Thomas Kumlehn am Sonnabend, 8. Juni 2019, 16 Uhr

Ausstellungsdauer: 13. April bis 1. Juli 2019

 

geöffnet: sonnabends und sonntags 15-18 Uhr | montags 10-14 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung 01573.2644646

 

Die Galerie bleibt an Feiertagen geschlossen.

2019 /// "30-EINE GENERATION"

28.03.19 - 22.04.19
Stadtgalerie KUNST-GESCHOSS

 

Fakten.Fragmente.Fotografien & Kunst

Eröffnung Mittwoch, 27. März 2019, um 19 Uhr

Stadtgalerie KUNST-GESCHOSS / Uferstraße 10, 14542 Werder (Havel) Inselstadt. immer Donnerstag, Samstag, Sonntag von 13-18 Uhr geöffnet.

Im Zentrum der Ausstellung ist das großformatige Gemälde von Wolfgang Liebert zu sehen, "Zeitenwende 1988 / 89", auch sonst kommt erwartungsgemäß die Kunst in der Ausstellung nicht zu kurz.

 

www.kunst-geschoss.de

2018 /// "Blicke auf Potsdam"

01.10.2018 - 31.12.2018 /// Galerie 11-Line Potsdam

 

Durch seine Lage bietet Potsdam von den diesen Ort umgebenden Erhebungen wundervolle Ausblicke über die Stadt. Dieses Bild ändert sich täglich und augenblicklich

durch die Jahreszeiten hinweg. Taucht man als Künstler tiefer in diesen Kosmos ein, so ergeben sich Motive von unendlicher Vielfalt.

 

Ein Schritt aus dem Atelier, und die ganze Fülle von Farben, Formen, Architektur, Landschaft und  Geschichte in sinnvoller Verknüpfung reizt die Sinne zur künstlerischen Arbeit.

2017 /// "Spuren"

22.09.2017 - 22.10.2017 /// Bürgerhaus „Hanns Eisler“

 

... Spuren vermitteln etwas von dem, was vergangen ist, historisch ist. Sie verweisen auf etwas Gewesenes, von dem aber auf eigentümliche Art etwas verblieben ist. Dieses Gewesene erscheint im Jetzt - und das oft auch nur für eine kurze Zeit, für einen Moment. Jedoch nun in einer ganz anderen Form als in seiner ursprünglichen Existenz. Spuren vom Einstigen sind dennoch Zeugnis auch der Gegenwart...

 

Wolfgang Lieberts Malerei fungiert selbst als Mittel der Spurensuche. Nicht nur, dass sie den für ihn bedeutsamen Extrakt von Realitätserfahrung veranschaulicht und diese im Format komprimiert. Im Prozess der malerischen Formung erhalten die mentalen Erinnerungsbilder eine neuartige Präsenz, erfahren reale Motive Wandlung zu Formen sinnfälliger Bedeutungsgehalte, werden zu erzählenden Details der stimmungsvollen Bildszenarien. Die Erscheinungen der äußeren Wirklichkeit aufzubrechen und die Wahrheit zu finden, bildet den Kern seiner künstlerischen Motivation. Inspiration liefert ihm unmittelbar Erlebtes, das Befinden des ICHs vor dem realen Motiv, das wiederum zum Gegenstand seiner Malerei avanciert. ...

 

Dr. Petra Lange, Berlin

2016 /// "Fokus Sammlung: Potsdam in der Grafik von 1945 bis 2000"

17.09.2016 - 31.10.2016 /// Potsdam Museum

 

Das Potsdam Museum besitzt mit über 250.000 Objekten eine der größten kultur- und regionalgeschichtlichen Sammlungen Brandenburgs. Zum Beispiel gehören mehr als 7000 grafische Blätter zum Sammlungsbestand nach 1945. Ein Großteil wurde von der „Galerie Sozialistische Kunst“, die zwischen 1976 und 1992 existierte, angekauft, darunter Handzeichnungen, Aquarelle, Pastelle und Druckgrafiken. Aber auch in jüngster Vergangenheit wurde die Grafiksammlung dank großzügiger Schenkungen von Potsdamer Künstlerinnen und Künstler erweitert. Aus diesem umfassenden Bestand heraus wurde die Werkschau „Potsdam in der Grafik von 1945 bis 2000“ entwickelt. Darstellungen der Stadt Potsdam mit ihrer einmaligen Schlösser- und Gartenlandschaft bilden einen Sammlungsschwerpunkt und gehen bis ins ausgehende 17. Jahrhundert zurück. In der zeitgenössischen Grafik halten die Künstlerinnen und Künstler die Veränderungen ihrer Heimatstadt, nach der Zerstörung im April 1945 und während des Wiederaufbaus fest, die den Schwerpunkt der Ausstellung bilden.

 

Die Präsentation vereint 115 Werke von 30 Künstlerinnen und Künstlern und ist in fünf thematische Sektionen gegliedert. Sie eröffnet interessante Blickwinkel auf die Stadt und bietet verschiedene grafische Techniken dar. Viele Arbeiten, u. a. Aquarelle und Pastelle zum Beispiel von Karl Höfer, Hans-Joachim Biedermann, Manfred Nitsche, Christian Heinze, Barbara und Karl Raetsch, Wolfgang Liebert und Peter Rohn sowie Peter Panzner werden hier erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Ausstellung nimmt ihren Anfang im Jahr 1945, thematisiert die Zerstörung Potsdams und führt bis in die heutige Zeit, für die die Neugestaltung der historischen Mitte prägend ist.

 

Der Einblick in die Grafiksammlung ergänzt die 2014 gezeigte Präsentation „Stadt-Bild / Kunst-Raum“, die hauptsächlich dem Gemäldebestand gewidmet war.

2016 /// "ricordi del sud"
"Erinnerungen an den Süden"

Malta - Gozo - die Insel der schönen Nymphe Kalypso.

Von der Schwelle des Hauses der Blick über den kleinen Hafen Xlendi zur gegenüberliegenden Felswand, in der die antike griechische Mythologie, die für mich dort überall spürbar, wie eine magische Formel verschlüsselt aufgezeichnet war...

 

Alexander Camaro, 1990

2014 /// "Stadt - Bild / Kunst - Raum"

Entwürfe der Stadt in Werken von Potsdamer und Ost - Berliner Künstlerinnen und Künstlern. 1949 - 1990 aus dem Vorwort zum Katalog von Jutta Götzmann und Jürgen Danyel. … Die Konzeption der Ausstellung orientiert sich an einer thematischen Gliederung und verzichtet auf eine chronologische Anordnung. Themenräume fokussieren den Blick des Betrachters auf Zusammenhänge von Urbanität, städtischer Utopie, sozialer Aneignung, politischer Gestaltung und Traditionsbildung. Acht Sektionen beziehen sich auf Orte der Stadt, ohne konkrete topografische Positionen zu benennen. Vielmehr spiegelt die Ausstellungskonzeption eine bildkünstlerische und inhaltliche Struktur wider, die sich in Themen wie Konstruktionsorte, Parallelwelten, Rückzugsorte, Urbanität, Repressionsorte, Freiräume, Sehnsuchtsorte und Experimentierflächen niederschlägt. Auf diese Weise werden unterschiedliche künstlerische Zugänge zu den verschiedenen Dimensionen der Stadt als historisch gewachsener, bebauter Raum, soziales Beziehungsgeflecht und individuell angeeignete Lebenswelt sichtbar gemacht…

 

Potsdam Museum - Forum für Kunst und Geschichte

7. September 2014 bis 11. Januar 2015

2013 /// "Leben in Bildern"

Aus der Eröffnungsrede von Thomas Kumlehn, gehalten am 20.12.2013 Die erste Hälfte des Ausstellungstitels „Baustelle am Morgen“ ist gleichzeitig der Titel eines in Jefremow entstanden Bildes aus dem Jahr 1984. Wolfgang Liebert unternahm nicht nur ausgedehnte Reisen durch die damalige Sowjetunion. Er hat auch mehrfach Studienreisen dorthin unternommen, wo die Erdgastrasse gebaut und verlegt worden ist. Er war vor Ort Augenzeuge einer martialischen Reibung zwischen der ursprünglichen Natur einer Landschaft und ihrer industriellen Über- und Verformung. In seinen Bildern widmete sich Liebert den Momenten dieses planvollen Vorgehens, unter Verzicht auf moralische Kommentare oder sinnbildhafte Interpretationen. Man sieht keine Idealisierung und keine Mahnung. Der Künstler blieb malender Betrachter des Geschehens, das ihn zugleich aus der gewählten Nahdistanz packte, aber auch Zaungast sein ließ.

2013 /// "Schichtwechsel"

Kunst aus 40 Jahren DDR. Eine Wanderausstellung des Kunstarchivs Beeskow in Krefeld, Eupen/Belgien, Riesa, Beeskow und Eisenhüttenstadt 2010 bis 2013.

Der Ausstellungstitel "Schichtwechsel" bezieht sich sowohl auf den Wandel der Arbeitswelt als auch auf den gesellschaftlichen Wandel nach dem Ende der DDR und dem damit verbundenen Paradigmenwechsel in der Kunst. In thematisch strukturierten Abteilungen werden zeitübergreifend Schwerpunkte gesetzt wie das neue Menschenbild, Aufbau der DDR, Welt der Arbeit (Industriedarstellungen, Brigadebilder, Helden der Arbeit, Aussteiger etc.), gesellschaftliches Engagement, Landschaft/Stillleben, die der gegenständlichen Darstellung verpflichtet sind. In der letzten Abteilung sind Künstler vertreten, die vor allem in den verschiedenen grafischen Techniken in Bereichen des Abstrakten gearbeitet haben.

2012 /// Einzelausstellung im Rechtsanwaltsbüro Goldenstein & Partner

In einer Villa aus dem 19. Jahrhundert arbeitet die Kanzlei Goldenstein & Partner. Dort, direkt am Nauener Tor, begegnen sich das historische Holländische Viertel und die 2. Barocke Stadterweiterung. Diese beiden für Potsdam typischen Areale waren für mich in dem Zeitraum um das Jahr 1989 für mehrere Jahre Inspiration und Ort meiner künstlerischen Arbeit. Dort sind im Pleinair und auch im Atelier eine grosse Zahl von Studien und Bildern in unterschiedlichen Maltechniken entstanden. Beide architektonischen Denkmäler waren von Verfall und Neubeginn geprägt. Alteingesessene, Studenten, kleine Handwerksbetriebe, Kneipen, Müllfahrer, Markthändler und Schüler der umliegenden Schulen bildeten die soziale Struktur. Heute dominieren Handel und touristischer Kommerz im Zeichen Preussens  das Leben. Genau in diesem Umfeld habe ich mich künstlerisch den stillen Höfen, Hausdurchgängen, verlassenen Räumen, Strassenschluchten, verfallenen Häusern und Giebeln, sowie dem zaghaften Beginn der Rekonstruktion gewidmet. Die in der Kanzlei Goldensten & Partner ausgestellten Bilder zeigen den verblichenen Glanz einer vergangenen Epoche und sollen daran erinnern, dass bewahren und fortführen eine Maxime unseres Handelns sein sollten.

2012 /// "Wege - Spuren" im städtischen Museum Eisenhüttenstadt

Eisenhüttenstadt (MOZ) Der Künstler Wolfgang Liebert, dessen Arbeiten zurzeit in einer Ausstellung in der Galerie des Städtischen Museums zu sehen sind, hat der Einrichtung sein Bild "Eiszeit" geschenkt. Das Bild wird in den Sammlungsbestand aufgenommen, in dem sich hauptsächlich Werke der Malerei und Plastik befinden, die zwischen 1949 und 1990 entstanden sind. "Das Bild spiegelt meine persönliche Situation und Irritation in der Vorwende- und Wendezeit wider". Die 2. Hälfte der 80er- Jahre seien durch bedenkliche und nachdenkliche Momente bestimmt gewesen. Der Künstler nennt unter anderem die Tschernobyl-Katastrophe und den Afghanistan-Krieg. Wolfgang Liebert interpretiert sein Gemälde, das zu einer Reihe von fünf Arbeiten gehört, die um die Wendezeit entstanden sind,  so: "Eine hoffnungslose, erstarrte Situation. Das Vehikel mit dem Markenzeichen Union ist steckengeblieben, es ist ruiniert, bewegungsunfähig und irreparabel. Auf dem funktionsuntüchtigen Fahrrad hocken die Statisten der Bewegung. Ein Anonymus flieht ins Nichts."

 

2011 /// Oberlinkirche Potsdam

Es ist für mich ein bisher einmaliges und außergewöhnliches Vorhaben, zur Passionszeit unter dem Dach der Kirche eine Folge von acht Tafelbildern zu zeigen. Diese Gemälde sind in den vergangenen Jahren im eigenen Auftrag als Ausdruck einer sich formenden Lebensanschauung entstanden. Der Grundgedanke meiner Arbeit berührt elementare Daseinsfragen und entspricht dem Wunsch nach Erkenntnis, der Suche nach Wahrheit und Sinn, sowie dem Licht der Hoffnung. Diese Bilder stellen Fragen und geben auch Antworten, zugleich lassen sie dem Betrachter Raum für Interpretationen und sollen zur Meditation über unser Sein anregen.

2011 /// Wandbild für die Bornstedter Trauerhalle

Nichts Dunkles haftet der Trauerkapelle auf dem Bornstedter Friedhof an, obwohl sich Dunkelheit über Menschen legt, die von einem lieben Verstorbenen hier Abschied nehmen müssen. Das Gebäude, um 1880 von Reinhold Persius erbaut, erlebte in den vergangenen Monaten eine völlige Umgestaltung. Die Augen der hier Eintretenden werden von nun an in ein helles Licht blicken, das Trost und Hoffnung ausstrahlen will. Es ist das Licht eines Bildes mit seinen Goldtönen, das der Künstler Wolfgang Liebert unlängst für die Friedhofskapelle in Mischtechnik malte. Wie ein italienisches Mosaikbild aus vergangenen Jahrhunderten mit seiner oftmals leuchtenden Kraft wirkt das Gemälde Lieberts, dem er den Namen „Endlich – Unendlich“ gab. Ein Mensch, der nur in Umrissen dargestellt ist, steht an der Grenze seines irdischen Daseins, vom Jenseits durch einen vertikalen Spalt getrennt. Aber das Wesen mit einem Flügel auf der gegenüberliegenden Seite – ein Engel – nimmt den sterblichen Menschen auf und führt ihn in ein Licht, das alles Dunkle vertreibt. Ein Geheimnis, das wohl über alles Erfassbare hinausführt. (Klaus Büstrin)

 

WOLFGANG LIEBERT